Einbruch in die Privatsphäre

Die Bevölkerung -soll besser über bäuerliches Eigentum aufgeklärt werden. Sonst drohen Streit, Anzeigen und Verbote.

Begleitend zur Serie „Mein Eigentum“ führte NEUES LAND zu diesem Thema eine eigene Online-Umfrage durch. Fast 600 Landwirte beteiligten sich daran und brachten deutlich die hohe Bedeutung des Themas Eigentums zum Ausdruck. Für 86,2 Prozent der Befragten ist dieses Problem „ganz wichtig“, für 12,6 Prozent ist es „wichtig“. Die persönliche Betroffenheit in diesem Zusammenhang konzentriert sich vor allem auf vier Themen: 295 Bäuerinnen und Bauern beklagten negative Erlebnisse mit Mountainbikern, 221 mit Schwammerlsuchern und 209 mit Wanderern beziehungsweise Hundehaltern und 169 waren schon mit Diebstählen von landwirtschaftlichen Produkten konfrontiert. Einem Bauern hatte man sogar 20 Mastschweine aus seinem Stall gestohlen. 18 Mal wurde der Einbruch durch Tierschutz-Aktivisten genannt. Wenn es zu offensichtlichen Eigentumsverletzungen kam, stellte mehr als die Hälfte der Bäuerinnen und Bauern ihr Gegenüber zur Rede, musste sich dabei aber sehr oft respektlose und arrogante Antworten gefallen lassen. 50 Mal kam es zu Anzeigen. In 122 Fällen sahen sich die Landwirte gezwungen, Informations- und Warntafeln aufzustellen, um die Eigentumsverhältnisse klarzustellen und die Freizeitnutzer auf ihre Pflichten hinzuweisen. Viele der an der Umfrage teilnehmenden Bäuerinnen und Bauern schilderten zum Teil sehr emotionell ihre persönlichen Erlebnisse. Eine Familie wurde zum Beispiel von einem durch ihren Betrieb fahrenden Mountainbiker angezeigt, weil sie ihren Hofhund zum Schutz der Radfahrer vorübergehend an die Kette gehängt hatte. Und ein PKW-Lenker driftete nächtens auf einer frisch gemähten Wiese. Oder mitten im Maisacker schlugen unbekannte Camper ihr Zelt auf. Auf den Wunsch von 71,4 Prozent der Befragten nach besseren gesetzlichen Rahmenbedingungen zum Schutz des bäuerlichen Eigentums, reagiert Bauernbund-Landesobmann Hans Seitinger. Er sieht die Ergebnisse der Umfrage als klares Votum für deutliche Verbesserungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen, aber auch für eine breitere Aufklärung der Bevölkerung zu diesen Fragen. Seitinger erklärt: „Bauern als Grundbesitzer sind auf ein gesichertes Eigentum als Basis ihrer Existenz angewiesen. Ich verspreche, dass wir in Zukunft die Verantwortung für den ländlichen Raum noch intensiver wahrnehmen und alle Aktivitäten unterstützen werden, die zu einer besseren Kooperation zwischen Bewohnern, Bewirtschaftern und sogenannten Genießern auf dem Land führen.“ Auch für Präsident Franz -Titschenbacher ist es notwendig, auf das Thema Eigentum hinzuweisen und von der Bevölkerung den Respekt davor einzufordern: „Es ist klarzustellen, was man darf und was nicht erlaubt ist.“

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