„Ein Turbo für die Direktvermarkter“

Thermenland und Vulkanland wollen gemeinsame Sache machen. Vulkanland-Obmann Bgm. Josef Ober über die Perspektiven.

NEUES LAND: Was soll die Fusion bringen?

Bürgermeister Josef Ober: Wir haben eine Entscheidung getroffen, die für beide Partner enorm wichtig ist. Es sind zwei sehr starke Marken, die sich beide in den letzten Jahren und Jahrzehnten hervorragend entwickelt haben und es gibt zweifellos tolle Synergien. Der gemeinsame Weg lässt vor allem wesentlich mehr Kraft entstehen und kommt eindeutig  beiden Seiten zu Gute.  Kulinarik, Handwerk und Lebenskraft des Vulkanlandes passen bestens zu den Themen des Thermenlandes – Wohlbefinden und Gesundheit.

NL: Unter welcher Dachmarke werden sie dann auftreten?

Ober: Beide Namen sind drin. Wir werden zum Thermen- und Vulkanland Steiermark, das ist bereits abgeklärt. Am Design dazu müssen wir noch gemeinsam arbeiten.

NL: Was bringt die Fusion aus bäuerlicher Perspektive?

Ober: Die Landwirtschaft sollte aus meiner Sicht einer der Hauptprofiteure sein. Die neue Gemeinsamkeit wird erstens auch ein Turbo für die Direktvermarkter sein, weil verstärkt Gäste ins Land kommen und kaufen werden. Wir wollen aber zweitens auch landwirtschaftliche Produkte exportieren – und dafür ist Bekanntheit enorm wichtig.

NL: Was sind in diesem Projekt die Herausforderung für die Zukunft?

Ober: Im Südosten wächst nicht weit von uns eine starke Konkurrenz heran, wir müssen uns im Wettbewerb bewähren und uns auch weiterhin viel einfallen lassen. Wir arbeiten an einer Vision 2030, bei der eine Frage im Mittelpunkt steht: Was ist das Beste für die Region?

NL: Was sind die stärksten Waffen im Ringen um Gäste?

Ober: Wir haben zum Beispiel eindeutig das beste Schlechtwetterprogramm weit und breit zu bieten. Eine großartige Vielfalt an Manufakturen von Vulcano-Schinken bis Zotter-Schokolade, 50 interessante Museen und vieles mehr. Und wir können rundum ein sehr hohes Qualitätsniveau anbieten und sind dennoch für Gäste eine leistbare Destination geblieben.

NL: Wie geht es jetzt weiter?

Ober: Für das kommende Frühjahr ist eine Vollversammlung des Thermen- und Vulkanlandes Steiermark geplant, bei der Vertreter aus allen Bereichen – von der Touristik bis zur Landwirtschaft – im Vorstand vertreten sein sollen. Danach geht es los.

NL: Wird dann das Vulkanland in den Hintergrund treten?

Ober: Nein, auf keinen Fall. Wir werden uns weiterhin sehr intensiv um die Regionalentwicklung bemühen und versuchen so innovativ wie bisher zu bleiben.

Zur Person

Josef Ober kam als fünftes von sieben Kindern auf die Welt und wuchs in einer Kleinlandwirtschaft auf. Er absolvierte zunächst eine Maurerlehre, machte eine Ausbildung zum Baupolier und schaffte dann die Externistenmatura. Ober war Volksbürgermeister der Gemeinde Auersbach, Abgeordneter zum Steiermärkischen Landtag und gründete im Jahr 2001 das Steirische Vulkanland, dessen Obmann er auch ist. Seit 2015 ist Josef Ober Bürgermeister der Stadt Feldbach.

Foto: Rothwangl

 

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