Ein starkes Frauen-Netzwerk

Die Gemeindebäuerinnen-Wahl ist voll im Gange. Rückmeldungen zeigen: Auch viele junge Frauen engagieren sich für die Gemeinschaft.

Sie sind Top-Managerinnen am Hof, haben den Betrieb fest im Griff wie auch die Erziehung der Kinder und den Verkauf der eigenen Produkte, sind kreativ und engagiert. Eine Summe an Aufgaben und Anforderungen, die heute auf die Bäuerinnen unseres Landes zukommen. Ihr Berufsbild hat sich gewandelt, moderne Technologien unterstützen zwar bei der Arbeit, doch Herz und Muskelkraft sind nach wie vor gefragt, wenn es darum geht, einen Betrieb in die Zukunft zu führen. „Genau darin liegt auch die Herausforderung für uns. Das Bäuerinnen bestmöglich zu unterstützen, ihnen eine Stimme zu verleihen, Information und Fortbildungsmöglichkeiten zu bieten oder einfach nur da zu sein, um zuzuhören und zu erfahren, wo eventuell der Schuh drückt“, zählt Andrea Muster, Geschäftsführerin der Bäuerinnenorganisation in der Landwirtschaftskammer Steiermark, einige Punkte der Interessensvertretung für steirischen Bäuerinnen auf.

Frauen an der Basis

Gerade jetzt, wo die Gemeindebäuerinnen-Wahlen voll im Gange sind und bis zur Wirtschaftskammerwahl am 31. Jänner 2016 abgeschlossen sein sollen, zeigt sich, ob es noch genügend Frauen gibt, die sich neben ihrem ohnehin schon prall gefüllten Arbeitstag noch zusätzlich für die Gemeinschaft engagieren möchten. „Ja, die Rückmeldungen von den ersten Wahlen sind durchwegs positiv. Es gibt zum Glück noch genug, auch junge Bäuerinnen“, ist Muster erleichtert. Denn diese Gruppe gilt als besonders schwer zu erreichen. Wenn die Kinder noch klein sind, bleibt gerade den Jungbäuerinnen kaum Zeit, um eine Funktion, wie die der Gemeindebäuerin, zu bekleiden. Sie arbeiten gemeinsam mit den Bezirksbäuerinnen direkt bei den Menschen: „Das sind unsere Frauen an der Basis und als solche ganz besonders wichtig“, betont die amtierende Landesbäuerin Gusti Maier und erklärt: „Es handelt sich um unsere Botschafterinnen sowohl nach innen, in die Familie wie nach außen, zu den Konsumenten.“

60 Jahre Vertretung

Alle fünf Jahre werden die Gemeindebäuerinnen in der Steiermark gewählt, direkt daran anschließt die Bezirksbäuerinnen-Wahl. Weitere Instanzen sind auf Landesebene die Landesbäuerin und die Geschäftsführung der Landwirtschaftskammer. Sozusagen an der Spitze steht die Bundesbäuerin, die „Oberste“ der Arbeitsgemeinschaft Österreichische Bäuerinnen. Sie alle verfolgen ein Ziel: Den Berufsstand der Bäuerin bestmöglich zu vertreten, eine Plattform zu bieten. „Die Konsumenteninformation ist heute ein zentrales Thema geworden. Wir versuchen hier mit speziellen Aktionen und Veranstaltungen, die heimischen Produkte in den Mittelpunkt zu stellen. Zum Beispiel unsere Seminarbäuerinnen sind dabei sehr aktiv“, beschreibt Andrea Muster einen Arbeitsschwerpunkt auf der Gemeindeebene. 60-Jahr-Jubiläum feierte „ihre“ Bäuerinnenorganisation übrigens im zu Ende gehenden Jahr. „Für mich sind Zahlen und Fakten nur ein Teil des Erfolges, der andere aber ist der Mensch und seine Lebensqualität.“

Gemeinschaft

Die Bäuerinnenorganisation Steiermark besteht seit 1955 und ist ein Zusammenschluss der Berufsgruppe in der Landwirtschaftskammer sowie die überparteiliche Interessensvertretung der Bäuerinnen in der Steiermark. Rund 300 von ihnen engagieren sich in Orts- bzw. Gemeindegruppen. In allen zwölf Kammerbezirken werden in geheimer Wahl Gemeindebäuerinnen gewählt. Diese wiederum wählen den Bäuerinnenbeirat und die Bezirksbäuerinnen. Auf Landesebene bildet die Landesbäuerin gemeinsam mit ihren zwei Stellvertreterinnen und den zwölf Bezirksbäuerinnen sowie den Landeskammerrätinnen, der Landjugend und der Meistervertretung den Bäuerinnenbeirat auf Landesebene. Im Rahmen der Bäuerinnenorganisation werden jährlich etwa 700 Veranstaltungen mit rund 18.000 Teilnehmerinnen durchgeführt.

www.baeuerinnen.at

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