Ein großes Comeback

Nach schwierigen Jahren geht in der Schweinbranche Aufbruchsstimmung um. Zeichen dafür ist auch ein spannender, großer Neueinsteiger.

Nach einer knapp dreijährigen Tiefstpreisphase gibt es nun, wie berichtet, endlich wieder eine positive Marktsituation. Und diese erfreulichen Rahmenbedingungen sorgen auch für einen aufsehenerregenden Wiedereinstieg in die Veredelungswirtschaft. Karl Bohnstingl aus Rossegg, dessen Muttersauenstall rund zwei Jahre leer gestanden ist, ist nun wieder im großen Stil eingestiegen. 70 Muttersauen und zahllose Ferkel sorgen für Hochbetrieb am Hof.

Bohnstingl: „Wir hatten die Ferkelproduktion sowohl aus wirtschaftlichen als auch aus arbeitstechnischen Gründen eingestellt. Ausschlaggebend waren dafür einerseits die katastrophale Preissituation und andererseits das zeitintensive Bürgermeisteramt in der damals noch selbstständigen Gemeinde Georgsberg.“

Ackerbau


Karl Bohnstingl setzt wieder auf die Ferkelproduktion.

In dieser Zeit hat sich Bohnstingl auf Ackerbau spezialisiert und dabei eine sehr wichtige Erfahrungen gemacht: „Wir waren mit den Erlösen absolut unzufrieden.“ Deshalb entschloss er sich gemeinsam mit Gattin Maria wieder in die Ferkelproduktion einzusteigen – und zwar gleich im größeren Umfang.

Karl Bohnstingl ist die Sache gründlich angegangen. Er hat eine ausführliche Beratung durch die Schweinzucht Steiermark (SZS) in Anspruch genommen und einen Muttersauen-Lieferanten gefunden, an dessen Qualität er zu 100 Prozent glaubt – den Zuchtbetrieb von Karl Buchgraber aus Unterweißenbach in Feldbach. Nun steht am Hof ein großer Moment bevor: In vier Wochen werden nach über zwei Jahren Pause wieder die ersten Ferkel in Richtung Mastbetrieb gehen.

Vermarktung

Bohnstingl steht für eine wieder von Zuversicht geprägten Stimmung, die auch Styriabrid-Obmann Kurt Tauschmann bestätigt: „Für die Ferkelerzeuger waren die letzten Monate sicherlich die besten der letzten 15 Jahre.“ Deshalb könne man auch innerhalb der Styriabrid, so Tauschmann, von einer markanten Umsatzsteigerung sprechen. Und dies wirke sich auch positiv auf die heimischen Schweinebauern aus: „Höhere Umsätze in unserer Vermarktungsgemeinschaft gehen ja auch eins zu eins an unsere Mitgliedsbetriebe weiter.“ Leider sind die Produktionspreise in den letzten Wochen etwas unter Druck geraten, trotzdem ist man noch zufrieden.

Schweinepest

Styriabrid-Obmann Kurt Tauschmann ist zufrieden.

Größere Sorgen bereitet Tauschmann der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Europa. Erst kürzlich wurden bei zwei verendeten Wildschweinen in Tschechien, rund 80 Kilometer von der österreichischen Staatsgrenze entfernt, ASP festgestellt. Tauschmann appelliert: „Die größte Gefahr geht derzeit sicherlich vom Jagdtourismus aus. Deshalb ist es besonders wichtig, auf Hygiene zu achten und kein Wildbret und keine Trophäen aus den betroffenen Regionen mit nach Hause zu bringen.“

 

Fotos: Styriabrid, ÖVP Georgsberg, agrarfoto.com

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