Ein Gemeindename, den jeder mag

Krakaudorf, Krakauschatten und Krakauhintermühlen zählten zu den ersten Gemeinden, die dem Land ihre Bereitschaft zur freiwilligen Gemeindefusion bekannt gaben. Die neue Gemeinde heißt „Krakau“.

 

Vielleicht hat Landeshauptmann-Stellvertreter Hermann Schützenhöfer in seiner Funktion als Tourismusreferent der Steiermärkischen Landesregierung deswegen eine so spürbar herzliche Beziehung zum Krakautal, weil dieses Hochplateau reich an landschaftlichen Schönheiten (zum Beispiel Schattensee, Etrachsee) und lebendigem Brauchtum (zum Beispiel Faschingsrennen am Rosenmontag, Samsonumzug am Oswaldisonntag) ist. In jedem Fall zitiert Schützenhöfer regelmäßig die drei Gemeinden Krakaudorf, Krakauschatten und Krakauhintermühlen als Vorbildgemeinden bei der Umsetzung der Gemeindestrukturreform.

Befragt man die Bürgermeister Manfred Eder (Krakaudorf), Konrad Esterl (Krakauhintermühlen) und Gerhard Stolz (Krakauschatten) nach ihren Motiven für die freiwillige Fusion, so wird man eines sofort her-aushören: ihre tiefe Verbundenheit mit dem Krakautal. Das war sicherlich auch eine der Triebfedern der freiwilligen Fusion, um einer eventuell ins Haus stehenden noch größeren Gemeindezusammenlegung zu entgehen. Daher nimmt es nicht wunder, dass der neue Gemeindename „Krakau“ völlig unbestritten ist.

Der zweite wesentliche Grund für die sehr frühe Entscheidung zum freiwilligen Zusammengehen ist die Tatsache, dass man sich rasch den Realitäten gestellt hat. Man kann das Bürgerservice nicht ausbauen, wenn in jeder der drei Gemeindeämter nur ein Mitarbeiter Dienst versieht. Man kann nicht nicht mehrere Volksschulen und Kindergärten führen, wenn in allen drei Gemeinden nur 1500 Personen leben und vor allem junge Menschen mangels Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten wegziehen.

So hat man sich schon zu Beginn der gemeinsamen Gespräche dazu durchgerungen, dass das Gemeindezentrum künftig in Krakaudorf, der Kindergarten in Krakauschatten und die Volksschule in Krakauhintermühlen sein werden. „Diese Entscheidung hat beigetragen, dass die Fusion von den Bürgern so gut angenommen wurde“, meint Bürgermeister Manfred Eder. Für seinen Amtskollegen Gerhard Stolz zählt auch das klare Bekenntnis, dass die Vereine von der Fusion unbehelligt bleiben, zum Schlüssel des Erfolges. Bürgermeister Konrad Esterl findet sogar Worte des Lobes für das Reform-Duo Voves/Schützenhöfer. „Zum größten Teil ist es keine schlechte Geschichte, was die da unten in Graz gemacht haben!“

Die neue Gemeinde Krakau ist 123,6 Quadratkilometer groß und hat 1500 Einwohner. Das Gemeindeamt, das im ehemaligen „Heimathaus“, das in den vergangenen Monaten renoviert wurde, untergebracht sein wird, soll am 23. November feierlich eröffnet werden.

 

Bezirk Murau

 

Im Bezirk Murau gibt es derzeit noch 34 eigenständige Gemeinden. Ab 2015 werden es nur mehr 14 sein. Nur vier Gemeinden sind von der Gemeindestrukturreform nicht betroffen, nämlich Mühlen, St. Peter am Kammersberg, Niederwölz und Schöder. Bis auf St. Peter a. K. haben die anderen drei Gemeinden allesamt weniger als 1000 Einwohner. Die geringe Einwohnerzahl und der im Bezirk Murau nach wie vor anhaltende Trend zur Abwanderung stellen alle Gemeinden vor große Herausforderungen.

Die größte Gemeinde im Bezirk wird die mit den Gemeinden Laßnitz bei Murau, Stolzalpe und Triebendorf erweiterte Bezirkshauptstadt Murau sein. Sie wird künftig knapp 4000 Einwohner zählen. Ein zweites Quartett, das ab 1. Jänner 2015 eine neue Großgemeinde bildet, besteht aus der Stadt Oberwölz, Oberwölz-Umgebung, Schönberg-Lachtal und Winklern bei Oberwölz. Die größte Zusammenlegung – was die Zahl der betroffenen Kommunen angeht – betrifft Neumarkt in Steiermark, St. Marein bei Neumarkt, Dürnstein in der Steiermark, Kulm am Zirbitz, Zeutschach, Mariahof und Perchau am Sattel. Dort wurde kürzlich der 34-jährige Bauer Florian Plank aus Mariahof zum neuen ÖVP-Ortsparteiobmann gewählt, dessen große Aufgabe es ist, ein schlagkräftiges Team für die kommende Gemeinderatswahl aufzustellen.

Aus dem Trio Krakaudorf, Krakauschatten und Krakauhintermühlen entsteht künftig die Gemeinde „Krakau“. Die weiteren Fusionen betreffen jeweils zwei Gemeinden: Predlitz-Turrach und Stadl an der Mur, St. Ruprecht-Falkendorf und St. Georgen ob Murau, Ranten und Rinegg, St. Blasen und St. Lambrecht, Frojach-Katsch und Teufenbach sowie Scheifling und St. Lorenzen bei Scheifling.

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