Die Steiermark muss die Steiermark bleiben

Der Nahe Osten und Nordafrika zählen derzeit zu den instabilsten Regionen weltweit. Neue Flüchtlingswellen aufgrund von Dürre und Terror drohen. Allein 60 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht. Eine Serie von Hans Seitinger.

Noch nie waren so viele Menschen in aller Welt auf der Flucht. Und die Zahl wird noch steigen. Nur wenige Kilometer trennen die EU an der schmalsten Stelle des Mittelmeeres von einer Region, die sich von einem Gebiet mit einzelnen Konfliktzonen zu einer großflächigen Krisenzone entwickelt hat: Libyen, Syrien, Irak – das sind die Länder, die wir vor allem mit dem Flüchtlingsstrom des vergangenen Jahres in Verbindung bringen. Ein andauernder Bürgerkrieg und der Aufstieg von Terrorgruppen führten zur Flucht von Millionen Menschen. In weiteren Ländern dauern seit Jahren schwere humanitäre Krisen an, wie in Afghanistan, Äthiopien, Somalia, Sudan oder in den zentralafrikanischen Staaten. Hunger ist nach wie vor einer der wichtigsten Gründe für eine Flucht. Fast 800 Millionen Menschen leiden unter Nahrungsmangel, sei es, weil das globale Klimaphänomen El Nino zu extremen Dürreperioden mit schweren Ernteausfällen führt oder, weil bewaffnete Konflikte die Versorgung unmöglich machen.

Explosive Dynamik

Dazu kommt ein dramatisches Bevölkerungswachstum. Dieses verbunden mit dem Drang zum Arbeitsmarkt könnte die Flüchtlingswelle in Richtung Europa künftig noch verstärken.

  • In den Maghreb-Staaten Nordafrikas einschließlich der Golfregion leben heute rund 365 Millionen Menschen. Bis 2030 ist ein Wachstum auf 460 Millionen zu erwarten.
  • Bis 2050 wird sich die Zahl der Afrikaner von heute rund einer Milliarde auf zwei Milliarden verdoppeln. Bis zum Jahre 2100 werden bereits 4,4 Milliarden Menschen auf dem schwarzen Kontinent leben und zu ernähren sein.
  • Mehr als die Hälfte der Afrikaner ist jünger als 25 Jahre. Und diese wachsende Zahl hat Smartphones, surft im Internet und hat sehr genau im Blick in welchem Wohlstand wir in Europa leben.

Grenzen akzptieren

Wir haben mit der Flüchtlingskrise die größte Herausforderung seit vielen Jahrzehnten. Der riesige Zustrom an Asylsuchenden hat unser Land aber an die Grenze seiner Möglichkeiten gebracht. Wenn Europa den Anschein erweckt, dass wir allen Menschen eine Heimat bieten können,  kommen Massen, die wir uns jetzt noch gar nicht vorstellen können. Insbesondere die stark anwachsende Bevölkerung Afrikas wird sich Richtung Europa orientieren. Wir können aber nicht alle aufnehmen, die zu uns wollen.  Zudem kann es keine moralische Pflicht zu unbegrenzter Hilfe bis zur Opferung der Funktionsfähigkeit des eigenen Gemeinwesens geben. Zur Verantwortung jeder Regierung gehört, die Überforderung der natürlichen und gesellschaftlichen Ressourcen zu verhindern. Im besonderen geht es in Europa um die Aufrechterhaltung unserer Werte, der christlichen Kultur, um Friede, Freiheit sowie den Erhalt der Selbstbestimmung in den Mitgliedsstaaten. Denn nur dann kann die Steiermark auch die Steiermark bleiben.

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