Die hilfreichen Fünf

Sie packen mit an, wo es nötig ist – in einer „Selbsthilfegruppe“ unter Bauern wird Nachbarschaftshilfe ganz groß geschrieben.

Durchs Reden kommen die Leut’ zusammen. Durchs Arbeiten aber auch. Auf den „Karnegger Maschinenring“ – eine kleine Gruppe von fünf Bauern im Ortsteil Karnegg der Gemeinde Schäffern (Bezirk Hartberg-Fürstenfeld) – trifft beides zu. Sie haben vor rund zehn Jahren in der östlichsten Gemeinde der Steiermark beschlossen, sich gegenseitig unter die Arme zu greifen, und das im wahrsten Sinn des Wortes. Es wird mitangepackt, wenn der Nachbar Not an der Arbeitskraft, aber auch an der Maschine hat. Diese werden ganz einfach getauscht, wenn sie woanders dringender benötigt werden.

Freundschaftlich

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Foto: kk

„Vom Traktor bis zum Bohrer wird alles gegenseitig verliehen – vor allem in einem freundschaftlichen Stil“, verrät Martin Prenner, Vizebürgermeister von Schäffern und Obmann des dortigen Bauernbundes. Denn natürlich wird dabei auch fair abgerechnet: „Jeder macht Aufzeichnungen über die geleistete Arbeit. Erstens über die Maschinen und zweitens über die eingebrachte Arbeitszeit“, so Prenner. „Und jedes Jahr am Unschuldige-Kinder-Tag, am 28. Dezember, ist unser Abrechnungstag. Da werden die Maschinen nach Maschinenringsätzen abgerechnet. Je nachdem, was da genau herauskommt, bekommt man oder gibt man etwas.“ Ein bemerkenswertes Detail dieser Abrechnung: „Die Arbeitszeit hebt sich oft auf“, sagt Prenner und meint damit, dass sie sich ziemlich genau die Waage hält.

Der Tag des Bilanzierens hat ein genaues Ritual: Zuerst wird gerechnet, „dass die Köpfe rauchen“ (Prenner), danach geht’s ans Feiern. Der Bauernbundobmann: „Also ist es am Abrechnungstag auch immer recht lustig. Für uns wird’s damit ein kleiner Bauernfeiertag.“

Für die fünf hilfreichen Kameraden, die mit den Jahren echte Freunde geworden sind, steht dabei ein Motto im Vordergrund: „Strenge Rechnung, gute Freunde“. Trotzdem ist „keiner dabei, der auf den letzten Cent oder die letzte Minute schaut. Wir verstehen uns untereinander einfach gut“, so Prenner. Da marschiert man auch gemeinsam auf, wenn zum Beispiel ein runder Geburtstag ansteht. Selbstverständlich mit einem stattlichen Geburtstagsbaum. „Solche Sachen halten die Gruppe zusammen.“

 

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