Die große Chance liegt in der Veredelung

Der Erfolg landwirtschaftlicher Betriebe in der Steiermark steht und fällt mit guten Veredelungs-Ideen meint Vollblutbauer Christian Polz, der in wichtigen Funktionen im Bezirk Deutschlandsberg engagiert ist.

Wir können aufgrund unserer kleinen Strukturen kaum mit den großen Betrieben in Nieder- oder Oberösterreich mithalten. Nur sie können allein vom Ackerbau leben“, sagt Christian Polz aus Frauental. Diese Erkenntnis hat für ihn eine ganz logische Konsequenz: „Steirische Betriebe haben nur eine Chance, wenn sie die Wertschöpfungskette verlängern, indem sie am eigenen Hof ihre Produkte veredeln.“ Das brauchte auch, so ist Polz überzeugt, ein klares Bekenntnis der Politik zur Unterstützung von Betrieben in typisch steirischen Größenordnungen, die meist von Nutzflächen zwischen 10 und 30 Hektar geprägt sind. Andererseits seien in unseren Breiten aufgrund der ganz speziellen Situation, so meint Polz, auch Erzeuger,- Vermarktungs- und Maschinengemeinschaften ganz besonders wichtig. Mit vereinten Kräften wird es möglich, stark am Markt aufzutreten und auch auf neueste Technologien zurückgreifen zu können, ohne sich dafür finanziell in Abenteuer zu stürzen. Polz: „Nur so gelingt es unseren Betrieben, mit den Erzeugerpreisen am Markt mitzuhalten!“ Bezirkskammerrat Christian Polz ist stolz darauf, das alles für sich und seinen Betrieb rechtzeitig erkannt zu haben. Er bezeichnet sich selbst als „Styriabrid-Bauern“ – und er mischt auch in den diversen Gemeinschaften an vorderster Front mit. Und zwar als Vorstandsmitglied im Schweinering Deutschlandsberg und als Obmann der Weststeirischen Mahl- und Mischgemeinschaft.

Dem vielseitig engagierten Bauern-Funktionär liegt auch die Gesamtperspektive stark am Herzen. Bäuerliche Landwirtschaft kann, so sagt er, nur im Zusammenhang mit einem funktionierenden ländlichen Raum Zukunft haben. In diesem Sinne drängt er auf eine Verbesserung der Infrastruktur. „Wir müssen darauf achten, nicht von den Ballungszentren förmlich abgeschnitten zu sein. Die Anbindung an die Straße und die Schiene sind für das Wirtschaften der bäuerlichen Familien heute von enormer Bedeutung.“ Und weiter: „Wir müssen unsere Produkte auf direktem Weg liefern können und andererseits auch sicherstellen, dass uns die Konsumentinnen und Konsumenten gut erreichen können.“ In diesem Sinne setzt er sich schon lange stark für den Ausbau der L-601 ein, die er als „Lebensader für die gesamte Weststeiermark“ bezeichnet.

Damit bleibt noch ein Thema, dass – wie Polz meint – noch mehr bedacht werden muss als bisher: „Gerade die bäuerlichen Familien sind es, die das gesellschaftliche Zusammenleben in den Dörfern und Gemeinden prägen und gestalten. Sie brauchen Wertschätzung und Unterstützung.“

Zur Person

Der 1973 geborene Christian Polz besuchte die landwirtschaftliche Handelsschule in Grottenhof Hardt und absolvierte die Ausbildung zum landwirtschaftlichen Meister. Gleich danach war er neben der Mitarbeit am elterlichen Betrieb Mähdrescherfahrer. Seit knapp zehn Jahren führt er den Hof.

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