Die Gefahr lauert am Fenster

Etwa alle drei Wochen stürzt ein Kind aus einem nicht gesicherten oder geöffneten Fenster. Die Folgen sind oft schwerwiegend.

Fenster üben eine große Faszination auf Kinder aus. Sind sie geöffnet, ist der Drang die Welt „da draußen“ zu entdecken, stark. Allerdings ist auch die unmittelbare Gefahr groß, die Unfallzahlen sprechen eine deutliche Sprache. Etwa alle drei Wochen stürzt in Österreich ein Kind aus einem nicht gesicherten oder geöffneten Fenster. Die Folgen sind oftmals schwerste Verletzungen, im schlimmsten Fall endet der Fenstersturz sogar tödlich.

Schwere Verletzungen

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Sensibilisieren in Sachen Kindersicherheit: GRAWE-Generaldirektor-Vize Klaus Scheitegel, Kinderchirurgie-Vorstand Holger Till. Foto: Jürgen Fechter, Klinikum Graz

Unfälle von Kindern sind keine Seltenheit und passieren schnell: Pro Jahr verletzen sich in Österreich rund 166.000 Kinder so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. „Fensterstürze sind zwar im Verhältnis dazu relativ selten, gehen aber dafür umso öfter mit schweren oder gar tödlichen Verletzungen einher. So versterben jedes Jahr zwei bis drei Kinder nach Stürzen aus Fenstern“, weiß Holger Till, Vorstand der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie Graz und Präsident des Vereines „Große schützen Kleine“.

Unachtsamkeit

Gemeinsam mit der Grazer Wechselseitigen Versicherung AG zusammen mit den Österreichischen Länderversicherern sensibilisiert und informiert der Verein über Gefahren und gibt Tipps zu notwendigen Sicherheitsvorkehrungen. Dabei geht es auch um Informationen dazu, warum junge Menschen besonders gefährdet sind: Kinder stürzen leicht vom Balkon oder aus dem Fenster, weil ihr Körperschwerpunkt höher liegt als der von Erwachsenen. Beugen Kinder sich nach vor, kippen sie leichter vorn über als Erwachsene. Meist befinden sich die Aufsichtspersonen in der Nähe beziehungsweise in einem Nebenraum, allerdings reicht schon ein kurzer Moment, in dem das Kind bei geöffnetem Fenster oder offener Balkontür unbeaufsichtigt gelassen wird.

Gesicherte Fenster

Umso wichtiger sind gesicherte Fenster: Der Einbau eines verschließbaren Fenstergriffs verhindert es nämlich, dass das Fenster weiter als zehn Zentimeter geöffnet werden kann. „Kinder können Gefahren und Risiken oft noch nicht richtig einschätzen, weswegen es der Unterstützung der Eltern oder Erziehungsberechtigten bedarf. Vor allem ab dem ersten bis zum fünften Lebensjahr ist die Gefahr für Fensterstürze sehr hoch.

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Erst ein gesichertes Fenster schützt Kinder vor Stürzen. Foto: fotolia.com/Viacheslav Iakobchuk

Dieser kann durch präventive Maßnahmen vorgebeugt werden, denn bereits kleine Unachtsamkeiten können hierbei verheerende Folgen habe. Kinder sind sehr kreativ und finden Kletterhilfen“, betont der stellvertretende Grawe-Generaldirektor Klaus Scheitegel. Zur Unfall-Prävention sollten daher einige Tipps befolgt werden (siehe unten).

 

 

 

Unfall-Prävention

  • Stellen Sie sicher, dass sich Ihr Kind beim Lüften nicht alleine im Raum aufhält. Nehmen Sie es in einen anderen Raum mit. Behalten sie es im Auge.
  • Montieren Sie versperrbare Fenstergriffe, ziehen Sie den Schlüssel ab und bewahren Sie ihn für Kinder unerreichbar auf.
  • Insektengitter und Katzengitter/-netze bieten keinen Schutz vor Fensterstürzen. Erklären Sie Ihren Kindern, dass sie sich niemals gegen diese lehnen dürfen!
  • Sichern Sie Balkontüren mit versperrbaren Griffen oder Riegeln.
  • Lassen Sie Kinder nicht alleine am Balkon spielen. Achten Sie darauf, dass keine „Aufstiegshilfen“ wie Sessel, Couch oder Spielkisten. an den Fenstern stehen. Da es sich nicht immer vermeiden lässt, ist die Fenstersicherung die wichtigste Vorsichtsmaßnahme, die Leben retten und schwere Verletzungen vermeiden kann.
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