Der Most aus dem Norden

Den Anblick von Apfelplantagen kennt man ja sonst eigentlich eher aus den südlichen Regionen unseres Landes. Umso außergewöhnlicher ist das, was der „Veitlbauer“ auf seinem Hof in St. Gallen in der Nationalparkregion so alles macht. 2009 haben sich Christian Weissensteiner und seine Frau Susanne nämlich dazu entschlossen, zurückzukehren – zu den Wurzeln des elterlichen Betriebes. Dort war bis in die 1960er-Jahre Streuobst verwertet worden, bevor man auf Milchkühe umstellte. 

2005 sattelte das junge Ehepaar auf Angus-Mutterkühe um, im Rahmen des Leader-Projektes „Streuobst im Natur- und Geopark Steirische Eisenwurzen“ kamen die beiden Betriebsführer vier Jahre später auf die Idee, eine Verwertungsmöglichkeit für Obst in der Region zu schaffen und die alten Bestände neu zu beleben. Gesagt, getan: eine Presse wurde angeschafft, Christian ließ sich zum Mostsommelier ausbilden – und mittlerweile präsentiert sich die vielfältige Produktpalette sehr anschaulich: vom klaren und naturtrüben Apfelsaft über den Apfel-Holunder-Saft bis zum Most, Apfelcider oder Essig. „Weihnachten 2016 gab es dann zum ersten Mal Apfelbrand“, erzählt Christian Weissensteiner stolz.

Bio-Rasenmäher im Obstgarten

Im Gesäuse sind die „Veitlbauer“-Säfte unter anderem auch in Gasthäusern und Beherbergungsbetrieben sehr gefragt. „Da kommt uns der ‚Regionalgedanke‘ sehr zugute, der in den letzten Jahren immer stärker geworden ist. Die Leute legen mittlerweile mehr Wert darauf, regionale Produkte zu konsumieren“, so der Obersteirer, der als gelernter Baumwart der Pflege seiner Obstbäume sehr sorgfältig nachkommt. Wobei er übrigens ganz außergewöhnliche vierbeinige Helfer hat: seine Shropshire-Schafe. Sie fungieren auf seinen Plantagen quasi als „biologische Rasenmäher“. „Das ist die einzige Rasse, die die Rinde der Bäume nicht annagt“, erklärt der dreifache Papa.

Zur Person

Christian Weissensteiner, vulgo „Veitlbauer“

Verheiratet mit Frau Susanne (als Kräuterpädagogin im Naturpark tätig), drei Kinder: Florian, 16, Julia, 14, und Anna, zehn

Mostkellerei, Bio-Hof auf 500 Meter Seehöhe

15 Hektar Grünland, 50 Hektar Wald, 15 Hektar Servitutsalm

Bild: „Kulturlandschaft pflegen durch Essen und Trinken“, hat sich der „Veitlbauer“ zum Motto gemacht. Foto: Stefan Leitner

 

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