Der Glaube beflügelt

Der südsteirische Künstler Wolfgang Garofalo sorgt derzeit mit seinem Auferstehungsszenario in der Attemskapelle in Ehrenhausen für Aufsehen.

In wessen Adern italienisches Blut fließt, der entkommt dem Musen-Kuss nur schwer. So war es wohl auch bei Wolfgang Garofalo. Bereits als Kind verlor er sein Herz an die Malerei. Er fühlte er sich von Michelangelos Fresken in der Sixtinischen Kapelle magisch angezogen, war stets aufs neue begeistert von all den Meisterwerken, die die „città eterna“, die Ewige Stadt, so berühmt machen. „Ich verbrachte meine Ferien oft bei meinem Vater in Rom und es war jedes Mal eine neue Inspiration für mich“, erzählt der Südsteirer, der mit einer Kriminalbeamtin den Bund fürs Leben geschlossen hat. Und weil seine Frau viele Stunden Dienst versehen muss und auch viel Verständnis für die Leidenschaft ihres Mannes zeigt, „bleibt mir ausreichend Zeit zum Malen“, lacht Garofalo. Aber noch etwas ganz Großes beflügelt ihn bei seinem Kunstschaffen: der Glaube. „Ich denke, ohne ihn könnte ich das alles nicht machen.“

Respekt

19-20160826_122339So war es auch naheliegend, dass der Autodidakt ein Angebot von Ehrenhausens Bürgermeister Martin Wratschko nicht ausschlagen konnte: Im Zuge der Revitalisierung der kleinen Attemskapelle am örtlichen Friedhof sollte Garofalo die künstlerische Gestaltung des Innenraumes übernehmen. Perfekt für jemanden, der schon als kleiner Bub in der Rolle des Ministranten dort oft bei Begräbnissen vorbei marschiert ist. „Ich war sofort begeistert, zahlreiche Erinnerungen wurden wach. Ich hatte aber auch jede Menge Respekt vor diesem Projekt“, blickt der Künstler nach mehr als vierzehn Tagen Arbeit an den Beginn zurück. Und wenn er jetzt mit dem Pinsel in der Hand sein Kunstwerk vorantreibt, dann ist er dabei längst nicht mehr alleine. Es hat sich bereits herumgesprochen, was Garofalo da macht und einige Medien haben auch schon darüber berichtet: „Ja, ganz unglaublich, die Leute kommen mich besuchen und mit mir ins Gespräch, schauen mir beim Arbeiten zu und bringen sogar eine Jause für mich mit. Ist das nicht nett?“ Ende September wird der erste Teil seines Werkes vollendet sein, der zweite soll im Mai des kommenden Jahres in Angriff genommen werden. Und was ist das Thema, das offensichtlich so viele Menschen bewegt? „Die Auferstehung!“ Garofalos Darstellung besticht durch eine Acryl-Farbenpracht mit großer Intensität und einen zeitgemäßen Anstrich, der viel Interpretationsspielraum zulässt.

Farbe im Blut

Für den „südsteirischen Italiener“ ist das Projekt in der Attemskapelle zwar das erste dieser Art, in seiner Karriere jedoch nur ein weiterer Meilenstein, auf dem sich schon zahlreiche Highlights wie die  Illustrationen eines Kreuzweg-Buches sowie Ausstellungen in Rom und Brüssel wiederfinden. Kein Wunder, hat Wolfgang Garofolo doch mit italienischem Blut wohl auch einiges an Farbe abbekommen, die ihn nun von innen heraus inspiriert, zu immer neuen, beeindruckenden Kunstwerken.

Zur Person

Wolfgang Garofalo wurde 1962 als Sohn eines Römers und einer „waschechten“ Ehrenhausenerin in Ehrenhausen geboren, wo er heute auch mit seiner Gattin lebt. Das Paar hat eine Tochter und zwei Söhne.

Ein Videobeitrag des ORF Steiermark, erschienen im Rahmen von Steiermark Heute zu disem Thema finden Sie hier

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