„Bildung ist das wichtigste Werkzeug!“

Die landwirtschaftlichen Fachschulen in der Steiermark werden um eine weniger.

Für zehn landwirtschaftliche Fachschulen hatte der anstehende Schulschluss in den vergangenen zwei Jahren mehr als nur die Verleihung der Zeugnisse und Facharbeiterbriefe bedeutet. Sie waren nämlich geschlossen worden. Einer Fachschule steht das noch bevor, nämlich der Obstbaufachschule Gleisdorf. Die Obstbauausbildung wird ab Herbst an die Fachschule Silberberg nach Kaindorf verlegt. Für Landesrat Hans Seitinger ist es generell wichtig, dass die spartenspezifische Ausbildung in den steirischen Landwirtschaftsschulen auch in Hinkunft auf hohem Niveau erhalten bleibt. Für die Agrarwirtschaft ist die Bildung das wichtigste Werkzeug. „Die gute Ausbildung der Jugend ist jenes Kapital, das die höchsten Zinsen trägt“, betont Seitinger. Einen hohen Stellenwert nimmt für ihn auch das gute Miteinander von Schulen und Bauernhöfen ein. Derzeit besuchen in der Steiermark rund 2612 Burschen und Mädchen die landwirtschaftlichen Fachschulen, von denen es ab Herbst 15 Fachschulen für Land- und Ernährungswirtschaft, neun land- und forstwirtschaftliche Fachschulen sowie eine Berufsschule (für Gärtner) geben wird. Die Gesamtschülerzahl wird mit rund 2600 nahezu unverändert bleiben.

Im Vergleich zu anderen Schulformen gibt es in den landwirtschaftlichen Schulen aber einige Besonderheiten. „Laut unseren Umfragen wissen 97 Prozent der Absolventen, was sie nach der Schule tun wollen“, erklärt

ür Landesrat Hans Seitinger ist Bildung das wichtigste Werkzeug für die Land- und Forstwirtschaft

ür Landesrat Hans Seitinger ist Bildung das wichtigste Werkzeug für die Land- und Forstwirtschaft

Landesschulinspektor Hannes Hütter. „Es gibt kein anderes Schulsystem mit einem derart hohen Wert.“ Etwa 20 Prozent der Absolventen besuchen weiterführende Schulen. Die anderen steigen in das Berufsleben ein oder arbeiten am elterlichen Betrieb mit. Auf dem Arbeitsmarkt sind Landwirtschaftsschüler begehrt. „Verlässlich, teamfähig, eine positive Einstellung zur Arbeit – all das zeichnet unsere Absolventen aus“, betont Hütter. „Das sind Werte, die in der Landwirtschaft immer da waren. Auch die Lehrer kommen aus diesem Kreis. Was sie unterrichten, leben sie auch.“ Schulinspektorin Sieglinde Roth-schedl verweist auf die Zusatzqualifikationen der Schüler und Schülerinnen. „Sie gehen alle mit Berufsabschluss und speziellen Befähigungen im handwerklichen und sozialen Bereich oder im Dienstleistungsbereich von der Schule.“

Auch in den Landwirtschaftsschulen ist das Geld ein Dauerthema. Ein Großteil der Investitionen in zeitgemäße Internats- und Praxisräume sowie zur Erfüllungen der Hygiene- und Brandschutzbestimmungen ist zwar abgeschlossen, aber durch sehr strenge Kostenvorgaben beim Lehrerpersonal muss die durchschnittliche Anzahl der Schüler in einer Klasse bei mindestens 25 Schülern liegen. Und um die Vorgaben bei den so genannten „Werteinheiten“ erreichen zu können, müssen bei gleichbleibender Schülerzahl trotzdem sechs bis sieben Lehrer pro Jahr „gehen“. Junglehrer werden bis 2018 überhaupt keine aufgenommen.

 

 

 

Text: Karl Brodschneider

Foto: FS Haidegg

 

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