Das Amt für die Besten

Die ÖVP stellt nach der Gemeinderatswahl über 71 Prozent aller steirischen Bürgermeister. Welche von ihnen tanzen aus der Reihe?

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Johannes Wagner, der neue Bürgermeister von Frohnleiten, ist der jüngste Bürgermeister in der Steiermark. Er feiert im September seinen 27. Geburtstag. Foto: Rothwangl/STVP

Dass die Steirische Volkspartei ihren aktuellen Bürgermeister-Anteil noch steigern konnte, gilt als die eigentliche Sensation der jüngsten Gemeinderatswahlen. Von den 287 Gemeinden befinden sich 204 in den Händen von ÖVP-Bürgermeistern. Das sind 71,08 Prozent. Nach den Kommunalwahlen 2010 lag dieser Prozentsatz bei 68,82 Prozent.
Der jüngste dieser 204 „schwarzen“ Gemeinde-Chefs ist in Frohnleiten daheim. Der 26-jährige Johannes Wagner ist Magister der Rechtswissenschaften und der erste ÖVP-Bürgermeister in der Stadt Frohnleiten seit dem Zweiten Weltkrieg. 2010 kam er in den Gemeinderat. Vor einem Jahr wurde er Parteiobmann. „Ich habe keine Ahnung, warum es tatsächlich so gut gelaufen ist“, stapelt er tief und liefert später doch Erklärungen nach: „Die Menschen wollen angesprochen werden und haben schon das Gespür dafür, wer es ernst mit ihnen meint.“ Sein Bürgermeister-Amt sieht er Fulltime-Job.

Erfolgsstory seit 1985

Der dienstälteste ÖVP-Bürgermeister ist Robert Hammer in Unterlamm. Er hält mit Johannes Wagner einen gemeinsamen Titel: Wagner ist derzeit der jüngste Bürgermeister in der Steiermark, Hammer war das im Jahr 1985. Seither ist es ihm gelungen, die Gemeinde Unterlamm zu einer touristischen Vorzeigegemeinde zu entwickeln. „Das war mein siebenter Wahlkampf, aber mein schwierigster“, blickt der Südost-steirer auf die Monate vor dem 22. März zurück. Er lässt durchblicken, dass der sogenannte Glockenstreit und Weggang von Pfarrer Franz Brei zu einem Riss inder Bevölkerung geführt haben.

Aus zehn mach eins

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Robert Hammer, Unterlamm, ist seit 1985 ÖVP-Bürgermeister. Foto: privat

Jener Bürgermeister mit den meisten zusammengelegten Gemeinden ist Gerhard Meixner. Im Rahmen der Gemeindestrukturreform war die Marktgemeinde Gnas mit neun Gemeinden fusioniert worden. Trotz dieses großen Einschnitts in die örtliche politische Landschaft, konnte die ÖVP stimmenmäßig sogar noch deutlich zulegen und hält jetzt bei über 77 Prozent. Meixner nennt dafür zwei Gründe: „Erstens arbeiten wir als Kleinregion schon seit vielen Jahren zusammen. Zweitens bedeutet die Gemeindestrukturreform bei uns vor allem eine Verwaltungsvereinfachung, denn wir leben das Modell der Ortsbürgermeister. Diese sind die ersten Ansprechpartner für die Bürger und für mich als Bürgermeister eine große Entlastung.“

Frau Bürgermeister

Der Frauenanteil unter den ÖVP-Bürgermeistern bleibt gering. Es sind gerade acht Damen, die in den „schwarzen“ Gemeinden ihren Mann stellen. Eine von ihnen ist Waltraud Schwammer aus Dechantskirchen. Vor zehn Jahren legte sie einen Start von 0 auf 100 hin, denn vor ihrer Wahl zur Bürgermeisterin war sie nicht einmal im Gemeinderat. In der nun zu Ende gegangenen Periode war sie zudem Landtagsabgeordnete. In Hinkunft will sie sich mit voller Kraft nur mehr dem Bürgermeister-Sein widmen: „Ich will schauen, dass sich das Radl in der Gemeinde gut weiterdreht“, sagt Schwammer und lässt spüren, dass sie das gerne macht.

 

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Eine von acht VP-Bürgermeisterinnen ist Waltraud Schwammer.

 

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