Jugendliche sind Bio-Fans

Biologische Lebensmittel werden von Österreichs Jugendlichen besonders wertgeschätzt. Das zeigt eine aktuelle Bio-Jugendstudie der HBLFA Raumberg Gumpenstein.

In den letzten sechs Jahren ist in Österreich der Umsatz mit biologischen Lebensmitteln um 37 Prozent gestiegen und bereits mehr als jeder fünfte Hektar wird biologisch bewirtschaftet. Dass dieser Trend in Zukunft anhalten wird, zeigt eine aktuelle Bio-Jugendstudie der Höheren Bundeslehranstalten für Landwirtschaft Raumberg Gumpenstein und St. Florian – denn die Jugendlichen von heute sind die Konsumenten von morgen.

Demnach bringt eine große Mehrheit der jungen Menschen in unserem Land, nämlich 73 Prozent, der biologischen Landwirtschaft eine sehr hohe bzw. hohe Wertschätzung entgegen. Darüber hinaus sprechen sich 81 Prozent für mehr Bio-Landwirtschaft in Österreich aus. Außerdem gaben etwa zwei Drittel der Befragten an, dass sie oder ihre Eltern bei jedem Einkauf zumindest ein Bio-Produkt im Einkaufswagen hätten. Des Weiteren wollen über 90 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen wissen, unter welchen Bedingungen Lebensmittel erzeugt werden. Motive für die Wahl von Bio-Lebensmitteln sind etwa die artgerechte Tierhaltung, Gentechnik-Freiheit sowie Umwelt- und Naturschutz.

Handlungsbedarf zeigt sich laut Studie noch bei der werbefreien Information von Jugendlichen. 44 Prozent geben an noch zu schlecht über genaue Bio-Vorschriften informiert zu sein. Herbert Kain, Obmann Bio Ernte Steiermark, sieht hier eine ganz klare Richtung: „Der Bio-Landbau muss konsequent, wie im Bio-Aktionsprogramm verankert, auch im Lehrplan der landwirtschaftlichen Fachschulen implementiert werden“. Er verweist auch auf die innovativen „Schaubauernhöfe“ der Steiermark und wünscht sich, dass jedes Pflichtschulkind während seiner Schullaufbahn mindestens einmal die Grundzüge des Bio-Landbaus im Zuge einer Exkursion kennen lernen sollte.

Die Schüler Raphael Grünberger, Julia Schmidinger, Lisa-Maria Walcher und Sabrina Stangl präsentieren die Ergebnisse der Bio-Jugendstudie.

Die Schüler Raphael Grünberger, Julia Schmidinger, Lisa-Maria Walcher und Sabrina Stangl präsentieren die Ergebnisse der Bio-Jugendstudie. (Foto: Bio Austria)

Schülermeinungen

Die Schülerinnen und Schüler der höheren Bundeslehranstalten Raumberg Gumpenstein und St. Florian konnten im Zuge ihrer Diplomarbeit an der Studie mitwirken. Sabrina Stangl aus Landl und Lisa-Maria Walcher aus Aich interessieren sich sehr für das Unterrichtsfach Bio-Landbau. “Wir haben in der fünften Klasse zwei Unterrichtsstunden Bio-Landbau in der Woche. Dort lernen wir in allen relevanten Gebieten wie Viehwirtschaft oder Pflanzenbau die biologische Produktionsweise kennen.” Die beiden Schülerinnen wären auch froh gewesen, wenn der Unterreicht schon früher begonnen hätte und der Umfang in Zukunft noch erhöht werden würde.

Und wie ist die Akzeptanz bei ihren Mitschülern? “Das ist schon etwas unterschiedlich. Die Meisten finden den Unterricht in Ordnung aber ein paar gibt es immer noch die sich darüber lustig machen und diese Art der Produktion komplett ablehnen”. Die Schülerinnen verstehen auch, dass nicht in jeder Betriebssparte eine Umstellung auf Bio so einfach ist, sehen aber eine ganz klare Zukunft in diese Richtung. Beide können sich vorstellen irgendwann den elterlichen Biobetrieb zu übernehmen. Zuvor planen sie aber noch ein Studium in Graz und zeigen, dass sich Studium und Landwirtschaft lange nicht mehr ausschließen.

Auch die beiden Schüler aus St. Florian, Raphael Grünberger und Julia Schmidinger, haben bei der Studie viel gelernt. Für Raphael ist die biologische Landwirtschaft eine richtige Zukunftschance, sowohl in der Direktvermarktung als auch bei der Belieferung der Supermärkte. Julia findet diese Produktionsweise auch sehr interessant obwohl ihre Eltern keinen Biobetrieb bewirtschaften.

Beitragsbild: Bio Austria

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