Besondere Kunst im Advent

Die besinnliche Zeit des Jahres beginnt. Das ist ein guter Grund, bäuerliche Künstler mit besonderen Bedürfnissen ins Licht zu rücken.

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Das bäuerliche Leben spiegelt sich ganz deutlich in Johannas Gedichten und Geschichten über die Natur, den Wein oder auch familiäre Beziehungen wider.

Advent, Advent – bald brennt die erste Kerze. Auch in einem Atelier im weststeirischen Lieboch, wo Künstlerinnen und Künstler mit besonderen Bedürfnissen ganz außergewöhnliche Werke erschaffen. Jetzt in der Vorweihnachtszeit möchten wir zwei von ihnen ganz besonders hervorheben: Johanna und Heribert kommen von steirischen Bauernhöfen und arbeiten Tag für Tag in der Werkstätte der Lebenshilfe an ihren Kunstwerken – jeder auf seine eigene Art und Weise.

Weltenbummlerin

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Gedichte, die Johanna schrieb.

Johanna aus Söding schreibt für ihr Leben gern „Zugvögel“, „Die Natur erwacht“, „Weingenuss“ oder „Mein Grimming“ sind nur einige der zahlreichen Gedichte, die die 26-Jährige bereits verfasst hat. Sie ist eine von fünf Autorinnen und Autoren des Ateliers „Randkunst“ in der Tageswerkstätte und ihr starker Bezug zu Landwirtschaft und Natur zieht sich wie ein roter Faden durch ihre Werke. Die behinderte Künstlerin aus Söding bringt aber auch „sehr viel Wissen und viele Inputs von unterwegs mit“, erzählt Edith Meister, die Leiterin des Ateliers. Denn die junge Frau kommt als Mitglied einer Volkstanzgruppe viel herum, was sich auch in ihren Geschichten niederschlägt.

Eigene Schriftkunst

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Eines von Heriberts Schriftbildern: „Weihnachtskugeln“.

Heribert aus St. Johann bei Köppling hingegen ist als einer der zehn bildenden Künstler des Ateliers in der Fertigkeit des Malens zuhause. Auch er verleiht seinen Werken eine ganz eigene Handschrift – das allerdings im wahrsten Sinn des Wortes. Heribert malt nämlich Schriftbilder, obwohl er eigentlich nicht schreiben kann. „Er wandelt eine Textvorgabe quasi für sich als Bild um“, beschreibt Edith Meister seinen einzigartigen Stil, der auch auf unserem Foto zu sehen ist. Dass der Künstler auf einem Bauernhof lebt, spiegelt sich unter anderem in seinen wichtigsten Themen wider: Tiere, Kinder, Freundschaft und Familie.

Viele Ausstellungen

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Edith Meister, Leiterin des Ateliers „Ranskunst“ in Lieboch: „Stärken fördern“.

Seit 2003 arbeiten Menschen mit Behinderung im Atelier „Randkunst“, das seit 2012 in der Tageswerkstätte der Lebenshilfe in Lieboch beheimatet ist. Dort werden die Künstler „sowohl pädagogisch begleitet als auch in ihren Stärken gefördert“, erzählt die Leiterin. Von 31 Klienten, die dort insgesamt betreut werden, sind 15 im Atelier künstlerisch tätig. Und das mit Erfolg, denn ihre Werke gingen zum Teil auch schon um die Welt: Nationale und internationale Ausstellungen und die Teilnahme an europäischen Kunstpreisausschreibungen in Malerei und Grafik trugen ganz wesentlich zum Bekanntheitsgrad der „Randkunst“ bei. Aktuell präsentiert der ORF Steiermark in der Funkhausgalerie die neuesten Werke unter dem Titel „Glücksblicke“.

 

„Glücksblicke“

„Jeden Einzelnen dort abholen, wo er steht, mit all seinen Möglichkeiten und Fähigkeiten“, lautet das Motto des Ateliers Randkunst, wo Arbeiten mit unverkennbarem Stil entstehen. Nationale und internationale Ausstellungen und die erfolgreiche Teilnahme an europäischen Kunstpreisausschreibungen in Malerei und Grafik trugen zum großen Bekanntheitsgrad der RANDKUNST bei. Die ORF Steiermark Funkhausgalerie präsentiert nun die aktuellsten Werke.

Bild oben: Bauernsohn Heribert interpretiert das niedergeschriebene Wort auf seine eigene Art: Seine Schriftbilder sind derzeit in der Funkhausgalerie zu bewundern. Fotos: Lebenshilfe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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