Beschwerden gegen Händler

ÖVP-EU-Abgeordnete will schärfere Maßnahmen gegen Preisdumping und Erpressung der Bauern durch Supermarktketten.

„Landwirtschaftliche Produzenten müssen vertrauliche Beschwerden gegen unfaire Praktiken der Lebensmittelhändler einbringen können“, fordert die Landwirtschafts- und Lebensmittelsprecherin der ÖVP im EU-Parlament, Elisabeth Köstinger, in der heutigen Debatte über „unlautere Handelspraktiken“ in der Lebensmittelversorgungskette im Landwirtschaftsausschuss des Europäischen Parlaments. Das bisherige Mittel der EU gegen Preisdumping und Erpressung der Bauern durch Supermarktketten, die sogenannte „Supply Chain Initiative“ sei – so Köstinger – „ein zahnloses Instrument, das zu keinen wirklichen Verbesserungen geführt hat“. „Supermärkte bieten mittlerweile einen Liter Milch um 49 Cent an. Das ist oftmals weniger als ein Liter Wasser kostet“, weist Köstinger auf die negativen Entwicklungen hin. „Ich fordere die Kommission auf, endlich mutig Führungskraft zu zeigen und die Lebensmittelkonzerne in die Schranken zu weisen“, so die ÖVP-Parlamentarierin. Der Kampf gegen unfaire Vertragspraktiken zwischen den Wirtschaftsakteuren in der Lebensmittelversorgungskette richte sich besonders gegen weitverbreiteten Zahlungsverzug, einseitige Vertragsänderungen und gegen Vorabzahlungen an Supermärkte, die als „Eintrittsgebühr“ verlangt werden. „Wenn Bauern Preise für ihre Produkte bezahlt bekommen, die unter den Produktionskosten liegen, dann läuft entlang der Lebensmittelkette etwas grundlegend falsch. Die größte Gewinnspanne befindet sich augenscheinlich zwischen verarbeitender Industrie und Handel“, so Köstinger abschließend.

Diesen Artikel drucken Diesen Artikel drucken

Kommentieren

*