„Bei den Menschen sein!“

Sie wissen, wie man zupackt und scheuen die Arbeit nicht. Sie wollen etwas bewegen und ihre Heimatgemeinden nach ihren Vorstellungen mitgestalten: Steirischen Bäuerinnen in der Gemeindepolitik.

 

Am Sonntag werden die Karten in den steirischen Gemeinden neu gemischt. Der Frauenanteil in den Gemeinderäten stieg zuletzt kontinuierlich an, dennoch wurden vor der Fusion gerade einmal 4,6 Prozent der Gemeinden dieses Landes von Frauen geführt.

23 Spitzenkandidatinnen gehen steiermarkweit für die ÖVP in diese Wahl, darunter auch zahlreiche Bäuerinnen. „Dadurch, dass ihr Grund und Boden für sie die Lebensgrundlage darstellt, sind Landwirtinnen und Landwirte viel stärker örtlich gebunden. Daraus entsteht eine besondere Verbundenheit mit der eigenen Gemeinde, außerdem denken wir bei all unseren Entscheidungen für die nächste Generation mit. Deshalb wollen wir die Zukunft unserer Gemeinden so mitgestalten, dass diese auch für unsere Kinder lebenswert bleibt“, erklärt Martina Krenn, Bauernbundobfrau und VP-Spitzenkandidatin in Thörl, die überproportionale Bereitschaft von Bäuerinnen und Bauern, sich in der Kommunalpolitik einzubringen. „Eine erfolgreiche Bäuerin muss organisieren können. Das Zusammenleben mehrerer Generationen unter einem Dach führt außerdem dazu, dass sich Bäuerinnen besser auf andere Menschen einstellen können.“ Die Gabe, die Bedürfnisse anderer berücksichtigen und sich auf geänderte Situationen schnell einstellen zu können, empfindet Krenn dabei als großen Vorteil in ihrer politischen Arbeit.

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Martina Krenn

 

Die Fähigkeit, auch die Meinung anderer gelten lassen zu können, sieht auch die Theresia Koch, Spitzenkandidatin im weststeirischen Wies, als großen Bonus. „Meine Mutter hat den kleinen elterlichen Hof so bewirtschaftet, dass unsere achtköpfige Familie mit den eigenen Erzeugnissen übers Jahr gekommen ist. So habe ich gelernt, mit den vorhandenen Ressourcen erfolgreich zu wirtschaften, und dass man auch aus bescheidenen Ausgangsverhältnissen durch Fleiß und konsequentes Arbeiten beachtliche Erfolge erwirtschaften kann“, sieht sie ihre wirtschaftspolitische Überzeugungen in ihrer bäuerlichen Herkunft begründet. „Bauern sind Unternehmer. Sie wissen, dass man Prioritäten setzen muss und vermeiden Geldverschwendung – am Betrieb wie in der Gemeindepolitik“, ist sie überzeugt.

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Theresia Koch

 

Diesen Ansatz vertritt auch Sabine Koiner, Spitzenkandidatin der ÖVP in Pöls und seit ihrer Einheirat in die Landwirtschaft mit Leib und Seele Bäuerin.

„Politik ist, bei den Menschen sein“, ist sie überzeugt. Da kommt ihr der eigene Hofladen als Kommunikationszentrum zu Gute. „Die Menschen kommen, holen Eier und erzählen von ihren Problemen. Ich bin täglich im Ort und für die Gemeindebürger greifbar.“ Die Kombination aus Landwirtschaft und politischem Engagement ist in ihren Augen optimal: „Die abwechslungsreiche Tätigkeit in der Gemeinde, die ständig neuen Herausforderungen in der politischen Auseinandersetzung ist eine willkommene Abwechslung zur manuellen Arbeit auf dem Hof. Andererseits ist die Monotonie der täglichen Routine eine Möglichkeit, die Gedanken zur Ruhe kommen zu lassen“, so Koiner.

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Sabine Koiner

 

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