Bei den Bauern brennt jetzt der Hut

Mit dramatischen Worten wandten sich Bauernbund-Landesobmann Hans Seitinger und Präsident Franz Titschenbacher in einer Pressekonferenz an die Öffentlichkeit und kündigten Demonstrationen an.

ie Preissituation bei den bäuerlichen Produkten ist derart untragbar geworden, dass die steirischen Bäuerinnen und Bauern am Samstag, dem 12. September, zum Sturm auf Graz blasen. „Bei den Bauern brennt der Hut! Wir müssen dieses Zeichen setzen, um die Öffentlichkeit auf die für viele Betriebe existenzbedrohende Lage aufmerksam zu machen“, begründet Bauernbund-Landesobmann Hans Seitinger die Demonstration.
Begonnen hat diese Mobilisierungsmaßnahme schon am Mittwoch bei einer gemeinsamen Pressekonferenz des Bauernbundes und der Landwirtschaftskammer. „Der Schweinefleischbereich ist schon zu einer Dauerkrise geworden. Im Milchbereich hat sich die Preissituation dramatisch verschlechtert“, informierte Präsident Franz Tit-schenbacher. Auch in anderen Sparten schaut`s triste aus. Seit dem Russland-Embargo und der vorjährigen europäischen Apfel-Rekordernte fehlen dem Bauern pro Kilo verkauftes Obst zehn Cent. Nicht viel besser geht es den Gemüsebauern, die schon längst zum Spielball der Handelsketten geworden sind.

Tägliches Bauernsterben

Lebensmittelpreise_07-15Mit der Pressekonferenz wollten der Bauernbund und die Landwirtschaftskammer die Konsumenten über den sinkenden Bauern-Anteil bei steigenden oder gleich bleibenden Lebensmittelpreisen informieren – und die Folgen. Niemandem ist damit gedient, dass in der Steiermark täglich fast drei Bauernhöfe zusperren und dadurch wichtige Arbeitsplätze im vor- und nachgelagerten Bereich verloren gehen. Damit einher geht auch der Verlust von bäuerlicher Kultur und gepflegten Landschaften.
Gleich nach der Pressekonferenz starteten der Bauernbund und die Landwirtschaftskammer auf Facebook die Kampagnen „Bauern schlagen Alarm“ und „Steirer gegen Preisdrückerei bei Bauern“. Solche Botschaften werden ab 12. September auch bei den Einfahrtsstraßen zu vielen Bezirksstädten zu sehen sein, denn als Vorstufe zur großen Bauern-Demo in Graz wird es am Vormittag in allen steirischen Bezirkshauptstädten Demonstrationen des Steirischen Bauernbundes geben. Begleitet werden all diese Aufmärsche von Sympathie-Kundgebungen in Form von kleinen Naturalgeschenken für die Konsumenten. „Gleichzeitig verteilen wir Info-Material, damit die Menschen wissen, wo uns der Schuh drückt“, erklärte Landesrat Seitinger. Solche Druckstellen gibt es viele – seien es die hinterfragenswürdigen Preisvergleiche der Arbeiterkammer, das Steiermärkische Baugesetz oder das Lohndumping bei den Schweinefleischverarbeitungsbetrieben in den Nachbarländern.

Gespräche mit Handel

Mit den Bauern-Demonstrationen ist es aber noch nicht abgetan. Es wird auch Gesprächsrunden mit den Vertretern des Lebensmittelhandels geben. Dabei soll Grundsätzliches auf das Tapet kommen. Die wichtigste Frage dabei ist wohl die, wie es mit der steirischen Landwirtschaft weitergehen soll.

Bauerndemonstrationen

Am Samstag, 12. September, hält der Steirische Bauernbund in allen Bezirkshauptstädten und in Graz Demonstrationen ab, bei denen die Bevölkerung auf die sinkenden landwirtschaftlichen Produktpreise aufmerksam gemacht werden soll. „Was bei den Preisen derzeit abgeht, ist vielen in der Gesellschaft nicht bewusst“, begründet Landesobmann Hans Seitinger den Aktionismus.
Nach den Kundgebungen am Vormittag in den Bezirksstädten werden die Teilnehmer mit Bussen nach Graz gebracht, wo es um 14 Uhr eine Großdemonstration geben wird. Dabei werden neben Hans Seitinger und Franz Titschenbacher auch die einzelnen Spartensprecher zu Wort kommen.

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