Bauern sind keine Umweltsünder

Die heimischen Bäuerinnen und Bauern arbeiten nach den höchsten Standards in allen Kategorien. Sie schauen darauf, die zahlreichen Vorschriften einzuhalten, im Einklang mit der Natur und sehr nachhaltig zu arbeiten. Der bewirtschaftete Grund und Boden stellt das wichtigste Produktionsmittel für mehrere Generationen darstellt.

Vor allem die Veredelungswirtschaft in der Süd- Ost- und Weststeiermark hat mit immer strengeren Auflagen, immer umfangreicheren Kontrollen und derzeit leider auch mit sehr durchwachsenen Preisen zu kalkulieren. Der Fall vom vergangenen Montag, wo einem Landwirt 40 m³ Gülle in den Saggaubach geflossen sind, stellt ein bedauerliches Unglück dar und ist dem Verursacher selbst am wenigsten Recht. Darauf aufbauend wieder eine emotionale Diskussion über die  scheinbar steigenden Güllemengen, vermeintliche Massentierhaltung oder ähnliches zu entfachen, zeugt von mangelnder Kenntnis der Situation und fehlender Weitsicht. Wie Statistiken ganz klar belegen, ist die Anzahl der in der Steiermark gehaltenen Schweine seit Jahren rückläufig, demnach auch die entsprechenden Güllemengen. Da die Landwirte aber insgesamt auch heute noch gleich viele Flächen bewirtschaften, ist die Menge an Gülle pro Hektar sogar rückläufig. Dazu Bauernbunddirektor-Stellvertreter Markus Habisch: „Die Zeiträume, in denen Gülleausbringung möglich ist, sinken aufgrund an die Wünsche der gesamten Gesellschaft angepasster gesetzlicher Auflagen kontinuierlich. Demnach müssen die Lagerkapazitäten dementsprechend ausgebaut werden, damit die anfallende Menge an Gülle gelagert werden kann.“ Man hat sich an dieser Stelle die Frage zu stellen, wie sich jene, für die anlässlich des bedauerlichen Zwischenfalles die Bauern wieder die größten Tierschutz- und Umweltsünder sind, eine funktionierende Landwirtschaft in unserer Region, mit einem hohen Grad an Eigenversorgung mit nach weltweit höchsten Standards produzierten Lebensmitteln zukünftig vorstellen, wenn es für die Arbeit der Bauern kein Verständnis mehr gibt. An der funktionierenden Landwirtschaft hängen außerdem allein in der Steiermark mehr als 100.000 Arbeitsplätze. Die Steirischen Bäuerinnen und Bauern sind sich ihrer Verantwortung sehr wohl bewusst, wissen um die Anliegen der Gesellschaft, würden sich aber wünschen, dass nicht immer nur von selbsternannten Experten über die Landwirtschaft diskutiert wird, sondern dass sie selber aktiv in die Diskussion miteinbezogen werden.

 

Foto: Agrarfoto.com

Diesen Artikel drucken Diesen Artikel drucken

Kommentieren

*