Bauer der Woche: Josef Kowald

Wegweiser und Visionär

Er ist ein Bauern-Vertreter der ersten Stunde: Josef Kowald aus Allerheiligen bei Wildon. Seit den Neunzigerjahren stand der leidenschaftliche Landwirt der Leibnitzer Bezirkskammer für Land- und Forstwirtschaft als ihr Obmann vor. Ihm folgte jetzt sein bisheriger Stellvertreter, Gerald Holler aus Stocking, nach. In seinem Rückblick bei der „Hofübergabe“ schilderte Kowald sein umfangreiches Bemühen um die Bauernschaft: Er gründete einen Schweineerzeugerring, einen Maschinenring und eine Waldwirtschaftsgemeinschaft. „Vor 4o Jahren begann ich mit der Schweineklassifizierung, die Qualitätssicherung auch österreichweit weiterentwickeln zu helfen, ist wohl mein Liebkind.“ Besonders freue es ihn, die lokale Grundwasserproblematik mit entschärft zu haben.. Jedoch ist dem Landwirtschaftsmeister bewusst: „Ohne meine liebe Ehefrau Sophie wäre das alles nicht möglich gewesen. Sie hat mich bestärkt, meine Gedanken und Überlegungen aber auch objektiv und kritisch hinterfragt“, so der dreifache Familienvater. Wenn Sepp Kowald an seine Vergangenheit als, wie er selbst sagt, „Sprachrohr der Bauern“ zurück denkt, dann nur mit einem lachenden Auge: Ich konnte auch im Baugesetz, in der Raumordnung und dem Tierschutz vieles bewegen.“ Stolz ist der 66-jährige Südsteirer auch auf seine Bemühungen um die Erhaltung bäuerlicher Strukturen. „Mir sind besonderes die kleinen und mittleren Betriebe am Herzen gelegen, weil ich selbst Bauer aus Leidenschaft bin“, so Kowald stolz. Auch für die Jugend hat sich Josef Kowald ständig stark gemacht: „Das Leistungspflügen werde ich weiterhin unermüdlich betreuen, ich freue mich schon jetzt auf die Pflügerseminare“, klopft Josef Kowald seinem Sohn, selbst erfolgreicher Pflüger im südsteirischen Team, stolz auf die Schulter. Über die Hofnachfolge muss sich der Schweinebauer keine Sorgen machen. Sohn Josef und Schwiegertochter Nicole werden den Betrieb in naher Zukunft übernehmen. „Und ich freue mich, wenn ich weiterhin mitarbeiten kann. Ich bin ja noch fit“, lacht der Absolvent von Silberberg und Grottenhof-Hardt. Hingegen ein sportlicher Marathon in Sachen Freizeit wartet jetzt auf Sepp Kowald: „Ich sollte so viele Menschen besuchen, jetzt komme ich endlich dazu.“ Auf kräftiges Händeschütteln und viele fachliche Gespräche mit Sepp Kowald freuen sich die Vertreter der Bauern aber schon heute: Josef Kowald wird den Bauern als Landeskammerrat der Bauernvertretung und als Mitglied im Landesvorstand der Jägerschaft noch weiter erhalten bleiben.

Josef Kowald sen.

  • vulgo Kulmer
  • aus Allerheiligen bei Wildon
  • 70 ha land- und forstwirtschaftliche Nutzfläche, 14 ha Wald
  • 90 Muttersauen mit Ferkelproduktion und dazugehöriger Mast
  • 2 Pferde
  • Funktionen:
  • Bezirkskammerobmann für Leibnitz
  • Landeskammerrat des Bauernvertretung
  • Mitglied im Landesvorstand der Jägerschaft
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Josef Kowald sieht sich als „Sprachrohr der Bauern“. Fotos: privat

 

 

 

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