2500 Tafeln im Steirerland

Die Initiative „Rettet die Vulgonamen“ sorgte dafür, dass viele den Wert eines alten bäuerlichen Kulturgutes neu entdeckten.

Als NEUES LAND im Sommer vorigen Jahres die Vulgonamentafel-Aktion startete, hätte niemand damit gerechnet, dass diese Idee bei den Lesern so „einschlagen“ würde. Rund 2500 Tafeln 03-Steinwender-vulgo-Hiaslawurden seither bei NEUES LAND bestellt und bei der Firma Alpenländische Schilderfabrik in Feldkirchen bei Graz produziert. Durch die Berichterstattung einer steirischen Tageszeitung („Kronen Zeitung“) im Februar, erhielt die NL-Aktion nochmals einen kräftigen Impuls. Bauernbund-Landesobmann Hans Seitinger ist begeistert: „Diese Aktion zeigt, welche große Bedeutung Geschichte und Identität für die Bauernschaft haben. Mit den mehr als 2500 produzierten Tafeln werden die Vulgonamen auch für jene Menschen sichtbar, die auf einen Hof kommen oder daran vorbeifahren.“ Und er fügt hinzu: „Ehrlich gesagt, das Ergebnis hat all unsere Erwartungen übertroffen!“
Voller Stolz platzierten viele Bäuerinnen und Bauern in der ganzen Steiermark ihre Tafeln über der Eingangstür, auf Hauswänden oder Stallgebäuden. Nebst unzähligen Einzelbestellungen, entdeckten auch zahlreiche Bauernbundortsgruppen die Aktion „Rettet die Vulgonamen“ als Chance, für ihre Mitglieder etwas Bleibendes zu machen. Der Knittelfelder Bezirksbauernbund gab gleich für alle Bauernhöfe im Bezirk eine Sammelbestellung in Auftrag und verteilte über 400 Tafeln beim Mitgliederinkasso beziehungsweise bei den Ortsgruppen-Jahreshauptversammlungen an die Vollmitglieder.
Vor allem im Zuge des Wahlkampfes für die Gemeinderatswahlen wurden die NL-Vulgonamentafeln bei den Hausbesuchen als sinnvolles Wahlgeschenk mitgebracht (zum Beispiel Eibiswald oder St. Martin im Sulmtal). Sehr geschätzt wurden die grünen, kostengünstigen Tafeln auch als Präsent für bäuerliche Geburtstagskinder oder als Weihnachtsgeschenk. In vielen Gemeinden war die Initiative von NEUES LAND der Auslöser für eine eigene Vulgonamen-Aktion. Speziell in Kommunen, die im Zuge der Gemeindestrukturreform ihre Eigenständigkeit verloren, wurden quasi als Gemeinde-Erinnerung Tafeln mit dem Vulgonamen, der Wohnanschrift und dem Gemeindewappen erstellt (zum Beispiel Etzersdorf-Rollsdorf, Edelstauden oder Geistthal). Im Holzbezirk Murau nahm die Bauernbundortsgruppe Scheifling/St. Lorenzen die NL-Initiative zum Anlass, Vulgonamentafeln aus Lärchenholz herzustellen und an alle Vollmitglieder als Weihnachtsgeschenk zu 03-Schulprojekt-Vulgonamentafelübergeben. Die Neue Mittelschule St. Peter am Ottersbach startete in Anlehnung an die NL-Aktion ein Schulprojekt, bei dem sich die Schüler mit den verschiedenen Hausnamen in ihrer Nachbarschaft beschäftigten. Abschließend gestalteten Schüler und Lehrer die Ausstellung „Auf den Spuren unserer Gemeinde“ und stellten fest, dass „Heimatgeschichte sehr cool sein kann“.

 

Ein Video mit dem Vulgo – Motor Karl Brodschneider sehen Sie hier.

 

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